Bauanleitung für einen Kaninchenstall
Da es an Platz mangelte (Ende 2003), musste ich Ställe bauen. Da ich im Web keine Anleitung gefunden habe, die mir gefiel, machte ich einfach selbst eine. Der Stall, wie ich ihn gebaut habe, steht nicht draussen, sondern im Stall. Daher ist er nicht wetterfest ausgelegt. Ich denke aber, dass es kein großer Aufwand ist, das nachzurüsten. Dachpappe oben drauf und die Seiten nicht nachträglich aus Resten zusammenstückeln, sondern beim 1. Arbeitsschritt zwischen Balken und Leisten eine Platte als Seitenwand einfügen. Von außen anstreichen, verzinkte Beschläge verwenden usw.
Die Boxen sind ca. 80 cm tief, 75 cm breit und 60 cm hoch. Der Stall insgesamt ist 1,60 m x 0,80 m x 2 m.
Für OSB-Platten habe ich mich entschieden, da sie in dem Moment das preiswerteste Material waren, dass ich finden konnte (Sonderangebot). Spanplatten müssen für die gleiche Leistung (Belastung) dicker sein und kosten dann gleich viel. Ich habe Platten in der Stärke 12 mm genommen, die gibt es nicht in jedem Baumarkt.
Für die meisten Verbindungen habe ich Schrauben genommen, die bekommt man im Ernstfall besser wieder auf und das ist auch stabiler.
Es empfiehlt sich, die Anleitung komplett zu lesen, ehe man mit Bauen beginnt!
Besonders beim Kauf der Leisten und Balken darauf achten, dass diese möglichst gerade sind (sind oft verzogen - suchen und aussortieren!).
Rechtliches
Diese Bauanleitung ist von mir erstellt worden und nur für den privaten Gebrauch gedacht. Kommerzielle Nutzung (Verkauf der Anleitung oder der damit gebauten Ställe) nur mit meiner schriftlichen Genehmigung. Die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Natürlich übernehme ich keine Garantie dafür, dass man mit dieser Anleitung einen vernünftigen Stall bauen kann.
Inzwischen sind die ersten Ställe schon etwas älter und beim Bau eines weiteren habe ich einige Änderungen vorgenommen, welche ich im Folgenden farbig markiert habe.
Der neue Stall hat Boxen von nur 58 cm Höhe, zusammen mit den um 10 cm kürzeren Füßen machen das 14 cm aus, die der oberste Boden niedriger ist. Das ist für mich der Unterschied zwischen hoch klettern müssen und ein hinten sitzendes Kaninchen gerade noch im Stehen zu erwischen. (Denkste - jetzt hab ich 4 Wochen alte Junge und wenn die ganz hinten sitzen, erwische ich sie nicht!)
Materialbedarf
Man nehme einen freundlichen Zuschnittmitarbeiter und lasse sich viele Platten auf die nötigen Maße schneiden. Mir hat er 21 Platten für 3 € in Stücke geteilt, die nötigen Leisten auch. Auf diese Weise bin ich mit einem Zuschnittplan in den Baumarkt gegangen und mit einem Kaninchenstallbausatz wieder gekommen.
Tipp: Man nehme einen Wachsstift mit und beschrifte die Teile gleich im Baumarkt, damit man weiß, welche Bodenteile zusammen passen usw. (z.B. B1 auf beide Teile des 1. Bodens ...)
Durch Rechtsklick auf eines der nebenstehenden Bilder und Auswahl von "Ziel speichern..." können sie einen der Zuschnittpläne speichern und ausdrucken (mittig auf ein Din-A4-Blatt).
Der rechte enthält die Teile für 2 Ställe (12 Boxen)! auf Platten des Maßes 67,5 x 205 cm.
Der linke enthält die Teile für 1 Stall (6 Boxen) auf Platten des Maßes 65 x 184 cm.
Materialkosten
Das Material für 2 Ställe (12 Boxen) hat mich ca. 200 € gekostet.
Zum Vergleich: gekaufte Ställe kosten mindestens 50 € pro Box.
Estrichmatten 1 x 2 m bekommt man ab 3,15 €.
Trinkflaschen beziehe ich im Angebot für 0,55 -0,65 € (inklusive menschentauglichem Inhalt). Jetzt gibts die nur noch als Plasteflaschen, also muss ich auf Weinflaschen mit Schraubverschluß umsteigen. Wichtig ist ein relativ stabiler Deckel, zwecks Durchnagen.
Das ist meine persönliche Einkaufsliste für 2 Ställe (12 Boxen) gewesen:
(Ein paar OSB-Reste hatte ich noch da, könnte also eine Platte mehr nötig sein)
Es prüfe also jeder, bevor er einkaufen geht, was er wirklich braucht. Für nur einen Stall Bedarf halbieren. Auch die Klappen für die Durchgänge sind noch nicht dabei und Estrichmatten, wer Heuraufen selber bauen will.
Teile, die ich bei der 2. Serie Ställe nicht benötigte, sind in Klammern angegeben.
- 21 OSB-Platten, 12 mm stark:
- 2 x Dach 160 x 85
- 6 x Boden 152 x 80
- 2 x Rückwand 160 x 184
- 6 x Mittelwand 80 x 60
- 6 x Klappe 20 x 26
- 8 x Bein 4 x 6 x 200
- 2 x Brett 1,8 x 12 x 177
für die Mitte vorn - 12 x Leiste 2,4 x 4,8 x 80
- 4 x Leiste 2,4 x 4,8 x 82
- 4 Türen 177 x 70
- 8 x Leiste 1,8 x 3,5 x 177
- 12 x Leiste 1,8 x 3,5 x 63
- (16 x Winkel für Türecken)
- 8 x Scharnier
- 4 x Draht 175 x 70
= eine Rolle 1 x 5 m
- 6 Schrauben ca. 35-40 mm
lang mit Mutter (für Klappen) - Anstrich 11,5 m²
- 28 Schrauben 5 - 6 cm
- viele Schrauben 3 - 3,5
- (viele Schrauben kurz, für Winkel)
Das Grundgerüst
Zuerst werden für die Seitenteile je 2 Balken mit 4 Querleisten (80 bzw.82 cm) verbunden. (Die billigen Balken sind gerne mal ein wenig krumm, schon beim Kauf drauf achten und wenn, dann die gewölbte Seite nach außen und die krummsten Balken nach vorne, dann passen die Seitenteile besser.) Diese werden auf die breitere Seite des Balkens mit je 2 Schrauben(= verschiebestabil) verschraubt, wobei darauf zu achten ist, dass die Bodenauflagen auf einer Seite etwas kürzer sind, als der Balken. Dieser Bereich ist für die Türe nötig und soll so groß sein, wie die Türe stark ist, in diesem Fall 2 cm. Die oberste Leiste ist etwas länger (82 cm) und schließt beidseits bündig ab.
Also alle Leisten nebeneinander legen, Balken bündig drauf, Strich ziehen. Auf der anderen Seite mit das Gleiche (Balken hochkant), das spart vieles Messen. Die 2 Leisten für oben können 2 x mit 6 cm angezeichnet werden, aber auch nicht schlimm, wenn nicht. Ich habe je eine längere und eine kürzer Schraube genommen, hatte nicht so viele lange da. Die Lange zum Halten, die Kurze gegens Verschieben.
Leisten im markierten Bereich je 2 x vorbohren - für leichteres Schrauben / Verhindern von Aufplatzen!
Beim Bau der 2. Seite auf Spiegelbildlichkeit achten!
Der Rohbau
Als nächstes werden die Böden eingebaut.
Also Helfer zum Festhalten holen, Seiten aufstellen, mittleren Boden drauf und annageln. (Kann man natürlich auch schrauben) Den mittleren deshalb zuerst, weil das ganze dann schon von allein steht. Als nächstes den unteren und dann den oberen.
Dazu an den Seiten die Leistenbreite anzeichnen und mittig die Nägel schon auf dem Boden in die Bodenplatte einschlagen, dann hat man es mit dem Nageln einfacher.
Da sich beim 1. Stall durch den Transport an den entgültigen Standpunkt die Abdichtung zwischen Boden und Rückwand gelöst hat (selber schuld, künftig wird die Rückwand mit der Bodenkante verschraubt), habe ich diesmal alle gefährdeten Stellen bereits beim Zusammenbau mit Bitumendichtmasse abgedichtet. Erstaunlicherweise stinkt das Zeug fast gar nicht und ist damit auch zum nachträglichen Reparieren von undichten, mit Bitumen behandelten Boxen (auf denen Silikon nicht hält) in Innenställen geeignet. Das Zeug gibts, zumindest bei Obi, in Kartuschen und es kostet ca. 5 €.
Diesmal habe ich erst die Mittelwände eingebaut und danach die Rückwand. Das hat den Vorteil, dass man von beiden Seiten gucken kann, wo sie hin müssen.
Vor dem Einbau wird die Öffnung für den Durchgang ausgesägt (Stichsäge). Man kann sie auch weglassen, aber ich empfehle sehr, sie mit vorzusehen, die Ställe werden dadurch wesentlich flexibler nutzbar (Häsin mit Jungen, mehrere gößere Jungtiere in einer Doppelbox).
Als "Netto"-Größe für mittlere Rassen reicht 14x14 cm. Wer plant, gleich oder eventuell später Kotschubladen und oder Plastikroste anzuschaffen, sollte die Öffnungen entsprechend höher aussägen, damit auch dann noch ein Kaninchen durchpasst.
Beim neuen Stall beginnen die Durchgänge in ca 12 cm Höhe. Nun kann kein Urin mehr von der einen Box in die andere laufen und auch kein Nestling (der sich dann leicht verirrt und erfriert). Außerdem is es einfacher, Kotwannen nachzurüsten.
Ich habe die Durchgänge größer gemacht, da Angoras ja ein ziemlich dickes Fell haben und dieses nicht in der Türöffnung lassen sollen.
Öffnung mittig oder versetzt, wie ihr wollt, anzeichnen. Ich habe sie weiter vorne ausgesägt, damit hinten genug Platz ist um die Türe um die Schraube herum auf die andere Seite drehen zu können (ja, ich weiß, die Mittlere ist verkehrt rum). Das war leider ein Satz mit X, denn durch die Sitzbretter geht es doch nicht.
Wer Sitzbretter anbringen will, kann schon jetzt die Auflageleisten an den Mittelwänden anbringen. Wenn man die Seitenwände schon jetzt anbaut, kann man auch dort gleich die Leisten anbringen. Ist einfacher, als hinterher in die Box zu kriechen, um das zu tun.
Im Stall pro Etage oben und unten die Mitte einzeichnen (bzw. die Linie, an der ihr die Mittelwand ausrichten wollt).
Unten beginnend, je 1 Mittelwand ausrichten, vorher auf die untere Wandkante die Dichtmasse aufbringen und von oben annageln. Die Unterste auch von unten verschrauben, damit der untere Boden gegen Durchbiegen etwas mehr Halt hat. Genaues Arbeiten ist notwendig, da 12 mm nicht die Welt sind, wenn man mit Nagel oder Schraube mittig drauf treffen will. Leisten zum Befestigen wollte ich nicht, unpraktisch zum Säubern, praktisch zum Fressen.
Danach ist die Rückwand dran, sie wird geschraubt. Zu diesem Zweck habe ich den Sall auf die Vorderfront gelegt. Wenn noch nicht geschehen, wird zuerst das Dach mit leichtem Überstand (Plattenstärke) angeschraubt. Bei mir darf das Dach nicht wesentlich überstehen, sonst passt der Stall durch keine Türe mehr (messsen!). Am Dach die Lage der Mittelwand markieren.
Nun markiert man die Lage des Bodens an der Seite (zum späteren Linie ziehen und Rückwand anschrauben) und bringt auf die Kanten des obersten Bodens und ca. 10 cm hoch an der Seiten- und Mittelwand Dichtmasse auf. Dann, am besten zu zweit, die erste Platte vorsichtig an der Dachkante anlegen und ausrichten, ohne die Dichtmasse zu verschmieren. Seitlich anschrauben, an der Mittelwand habe ich je 4 Nägel und 1 Schraube verwendet. Boden, besonders den mittleren und unteren, vorm Befestigen der Mittelwand kräftig nach oben drücken, damit die Mittelwand oben und unten gut anliegt und die Böden später nicht durchhängen. Auch die jeweiligen Bodenkante mit der Rückwand verschrauben. Dann ist die nächste Platte dran usw. Ich habe oben mit dem kürzeren Rückwandteil begonnen, das konnte ich ganz in Ruhe ungedichtet anbringen, ehe ich in den Bereich des 1. Bodens kam.
Da sich bei den ersten Ställen der unterste Boden gesenkt hat (besonders da, wo beide Teile zusammen stoßen), wird noch eine zusätzliche Leiste (80 cm) unter der Bodenmitte an der überstehenden Rückwand verschraubt, möglichst hochkant (biegestabiler). Da ich keine passende starke Leiste da hatte, habe ich 2 schwächere mit etwas Abstand neben einander gesetzt.
Nun kann der Stall wieder aufgestellt werden. Die Seiten habe ich aus den Resten der Platten zusammen gestückelt (wo es passte mit Nut/Feder) und nebeneinander auf die Querleisten geschraubt. Schmale Stücke habe ich oben und unten mit nur je 1 Schraube befestigt. Also ein wenig puzzlen und der Grundkörper ist fertig. Allerdings muss man sich die möglichen Kombinationen vorm Anschrauben überlegen, sonst merkt man beim letzten Feld, dass man das besser anders gemacht hätte, weil ein falsches Teil übrig ist. Manchmal stimmt auch das berechnete Maß nicht ganz, da die Balken gerne mal ein bisschen verzogen sind und sich nach inen oder aussen biegen. Eventuell nötige Ritzen verlegt man nach vorne, dann ist es hinten dicht und vorne ist die Box sowieso offen.
Innenausbau
Nun das Brett mittig an Böden / Mittelwände schrauben (hält keine gewaltige Belastung aus). Oben quer die schmale OSB-Platte anbringen. Da sie aus "zuschnitttechnischen" Gründen nicht bis auf die Balken reicht, an die oberen Querleisten und das Mittelbrett anschrauben (vorbohren?). Auch die hintere Bodenkante kann jetzt mit der Rückwand verschraubt werden (Wenn mans eher macht, passt vielleicht die Mittelwand nicht, so kann sich bei Bedarf der Boden etwas biegen.
Die Türen
Bei den Maßen der Türen darauf achten, dass es auch wirklich passt. Wer z.B. für das Mittelbrett eine andere Breite nimmt, muss die Türbreite anpassen. Die Höhe ist eher unkritisch.
Pro Tür wird ein Rahmen aus 2 langen und 2 kurzen Türlatten gebaut, wobei die Kurzen zwischen die Langen kommen. Die langen Latten vorbohren und mit einen langen Nagel zusammen nageln. Dann hat das Ganze Halt und man kann in Ruhe die Winkel aufschrauben. Auf Rechtwinkligkeit achten.
Tipp: Wer keinen Anschlagwinkel hat, baut die Türen, solange er noch unverbaute OSB-Platten hat. Im Baumarkt gesägt, sind sie rechtwinklig. Einfach unter die Türe legen und diese daran ausrichten.
Man kann die Leisten auch ungenagelt verarbeiten, aber meine Winkel sind so dünn (Geiz komm raus), dass sie sich nach vorn / hinten biegen. Der Nagel verhindert das und der Winkel blockiert Verschiebungen nach oben / unten
Anschließend das Gitter zuschneiden und mit Krampen befestigen. Ich habe die Breite von 1 m genutzt und in der Länge gestückelt. Trotzdem kommt die an dieser Stelle nötige Querleiste nicht mitten vor eine Box, sondern in den Bereich der Knabberleiste. Vor dem straffen Aufbringen des Drahtes unbedingt eine der Querleisten dazwischen klemmen, sonst verzieht sich das Holz und die Türe wird zu schmal.
An der Kante zwischen beiden Drahtstücken und ungefähr in der Mitte des großen Feldes (Boxenbodenhöhe) 2 Querleisten anbringen, ebenfalls mit Bohrung und langem Nagel. Draht daran befestigen.
Dann die Scharniere an den Rahmen schrauben, Türe im Stall einpassen (was drunter klemmen oder Helfer zum halten) und Scharniere am Seitenbalken anschrauben. Riegel wollte ich nicht kaufen, eine Leiste mit etwas abgerundeten Kanten und einem ausreichend großen Loch für die Schraube tuts auch. Falls der Riegel zu locker ist und rutscht, auf den Türrahmen unter den Riegel eine Krampe klopfen.
Einrichtung und Möblierung
Den Fußboden habe ich mit so einem schwarzen Anstrich versehen (Bitumen, Kaltteer, Dachanstrich) Ob man jetzt streicht, wo viel Platz zum Streichen in der Box ist oder lieber später, nach Anbringung von Raufen u.ä., damit man nicht in dem Zeug kleben bleibt, (oder im Sommer Stall baut, da wirds vielleicht schnell hart) ist egal.
Für viele Leisten habe ich Reststücke der OSB-Platten (etwas großtzügiger abgesägte Feder) verwendet. Beim Sägen lassen darauf achten, dass sie nicht zu schmal werden.
In jede Box gehört ein Knabberbrett. Also beidseits der Türe ein Stück Leiste (ca. 10 cm) mit einem Nagel anheften, passendes Brett davor klemmen, fertig. Wenn die Leiste nicht gut hält, da außen bei offener Türe keine Kante ist, einen Nagel einschlagen.
Nun ja, einige meiner Kaninchen mögen die Leiste nicht und zerren sie permanent heraus. Vielleicht sollte ich sie irgendwie straffer klemmen.
als Türe für den Durchgang nehme man ein passendes Brett oder Blech, bohre durch eine Ecke und die Wand ein Loch und befestige das Ganze mit einer Schraube + Mutter. Lässt sich das Brett wider Erwarten nicht um die Schraube auf die Seite drehen, (da dort z.B. ein Sitzbrett den Weg versperrt) bohrt man seitlich ein Loch und steckt bei geöffneter Türe einen Dübel, Schraube o.ä. hinein.
Ein Rammler war duch tatsächlich der Meinung, er wolle vom Durchgang aus den Stall auffressen (die einzige Stelle, wo das bei geschlossener Tür geht) Nun habe ich ihm eine Metallplatte vor die Öffnung geschraubt. Da mein Mann aus alten Rechnern eine größere Menge passende Platten ausgebaut hat, wird der neue Stall prinzipiell beidseitig Metallplatten als Tür bekommen.
Ich gönne meinen Tieren ein Sitzbrett. Wenn noch nicht geschehen, auf halber Höhe hinten beidseits eine Leiste annageln, passendes Brett drauflegen.
Heuraufen sind mir zu klein und zu teuer, also selber bauen. Grundmaterial Estrichmatten. Das ist Gitter mit 5 x 5 cm Löchern. Etwas Stärkeres als eine Kombizange ist zum Schneiden ganz gut.
Passendes Stück abschneiden, Seite einschneiden, das Ganze halb rund biegen. Seitenteile einklappen, unnötige Streben vorher abschneiden. Alle Enden umbiegen (sonst Verletzungsgefahr), die Seite durch Umbiegen von Drähten gleich mit befestigen und das ganze dann mit Krampen im Stall annageln. Krampen gehen bissel schlecht in die Platten, im Holz gehts besser, also die obere und vordere Leiste mit nutzen. Und fertig ist eine schöne, billige, große Türschließraufe.
Trinkflaschen sind mir auch zu teuer (jedenfalls die schönen, die man von oben füllt) und Näpfe zu dreckig. Ich nehme braune Glasflaschen (Hohes C), mache in den Deckel 2-3 Löcher (testen, welche Nagelgröße, damit es nicht tropft) und hänge sie in eine Halterung aus 2 Drähten (dicker Blumendraht o. ä. - Plastik ummantelung wird evtl angeknabbert). Wer die Flasche an eine Holzwand hängen will, haut für den Draht ein paar Krampen rein.
Bis jetzt komme ich mit Füllen immer noch nach. Wenn sie dreckig sind, ein Schluck kaltes Waser und eine Flaschenbürste oder ein Ausflug in die Spülmaschine. (Die Deckel auch).
Jetzt gibts Hohes C nur noch in Plasteflaschen, werde also demnächst Wein- und ähnliche Flaschen testen. Man muss darauf achten, dass die Deckel aus Blech und stabil genug sind, sonst sind sie in ein paar Tagen durchgenagt.
Fertig
Streu, Heu, Futternapf und Kaninchen rein!
Wäschekorb als Futterraufe
An größeren Laufställen oder an Doppelboxen in Innenställen, wenn man seitlich Platz hat, kann man sehr schön große billige Heuraufen anbringen, in dem man ein Stück (Seiten-)Wand durch Estrichmatte ersetzt, einen billigen Wäschekorb (Kaufland-Sonderangebot 1,49 €) längs halbiert (Seiten mit Messer schneiden, Boden anschneiden und brechen) und diesen mit 4 Drähten daran befestigt.
Allerdings sollte man damit rechnen, dass Kaninchen von 4 Wochen locker durch die Maschen der Estrichmatten passen. Wenn die im Stall sein sollen, Raufe entweder hoch genug anbringen, oder darauf achten, das Maschen auserhalb der Raufe mit Draht längs halbiert werden und ein Brett+Stein auf die Raufe legen.
Oder morgens und abend im Stall rumkriechen und kleine freche, schnelle Kaninchen einfangen.
In Laufställen für Jungtiere verbaute Estrichmatten im unteren Bereich einfach mit Hühnerdraht verkleiden.
